#18off15 /// Jacksonville Jaguars 2018 Preview

So nah und doch so fern? Die Jaguars waren 3 Minuten entfernt von der Super Bowl und sind in der weirden Position, sowohl besser als gedacht zu sein, als auch schlechter als viele hoffen.

2017 Offense Rnk
OFF DVOA 16
PASS O DVOA 15
RUN O DVOA 12
ALY 13
ASR 5
Points/Drive 13
Points/RZTrip 1
Turnovers/Drive 12
3rd Down
Conversion %
20
2017 Defense Rnk
DEF DVOA 1
PASS D DVOA 1
RUN D DVOA 26
ALY 28
ASR 2
Points/Drive 1
Points/RZTrip 4
Takeaways/Drive 3
3rd Down
Conversion %
4

Coaching: Nüschts.

Players out: WR Allen Robinson, WR Allen Hurns, LB Paul Posluszny, TE Marcedes Lewis

Players in: OG Andrew Norwell, TE Austin Sefarian-Jenkins, WR Donte Moncrief

Draft: DT Taven Bryan, WR DJ Chark, S Ronnie Harrison

2017 in a nutshell: They got Brady’d.


Simon: Fangen wir beim Offensichtlichen an: Eine endlich unfassbare Defense trägt Blake Bortles ins AFC Championship game, gewinnt dort fast das Spiel, und er bekommt eine Vetragsverlängerung. Marko, was zum Teufel?

Marko: Auf der Oberfläche sieht das natürlich übel aus: Bortles war nie der konstante QB, den die Jags brauchen würden mit der Defense. Seine 5th year option, die ihn für 2018 ans Team bindet, war bereits eine Überraschung, geschweige denn eine Verlängerung jetzt bis 2020.

Simon: Und unter der Oberfläche? War Bortles heimlich super, nur wir sahen es alle nicht?

Marko: Das glaube ich nicht. Unter der Oberfläche waren seine 19 mio für 2018 sowieso garantiert, da sie garantiert waren für injury. Wie es der kosmische Zufall wollte, spielten die Jaguars tief in den Januar hinein – was seine Handgelenks-Operation verzögerte und diese 19 Million allein dadurch schon fixierte. Bei der Verlängerung reden wir also von einer “neuen” Million, die 2018 garantiert ist…

Simon: Quasi das “Dankeschön!” für den playoff run….

Marko: Genau, und dann eben 6.5 “neuen” garantierten Millionen für 2019. Der Witz hier ist aber: Diese 6.5 Millionen haben sogenannten Offset-Language drin. Sprich, sie sind für Bortles garantiert, aber nicht von welchem Team.

Simon: Offset-Language heißt ganz kurz: Wenn du als Team einen Spieler mit noch verbleibenden Garantien entlässt, und er aber woanders unterschreibt, dann rechnet sich sein Deal beim neuen Team gegen diese verbleibenden Garantien auf.

Marko: Genau. Wenn die Jaguars Bortles nach 2018 cutten, und er unterschreibt nirgendwo, dann haben sie tatsächlich diese 6.5 Mio die Toilette runtergespült. Wenn er irgendwo als Backup für 4 Mio unterschreibt, dann haben sie nur 2.5 Mio runtergespült.

Simon: Und wenn er wo als Starter 20 Mio bekommt, dann hat der neue Deal im Vergleich zur vorigen Lage genau nichts geändert.

Marko: Außer die 1 Mio als Dankeschön, nichts. Genau. Und aus Cap Perspektive haben sie heuer 9 Mio frei gemacht, nur um nächstes Jahr, aber nur eventuell, im worst case eben, 10 Mio dead money zu haben.

Simon: Im worst case, dass Bortles wirklich schlecht ist. Wenn er okay spielt haben sie einen billigen QB.

Marko: Richtig. Darum bin ich da ganz bei Andrew Brandt, wenn er sich fragt, warum Bortles diesen Vertrag unterschrieben hat. Das macht nur Sinn aus seiner Perspektive, wenn er glaubt, dass nach einer miesen Saison er nicht einmal 6.5 Mio bekommen wird am FA Markt 2019.

Simon: Überbordendes Selbstvertrauen hätte ich Bortles auch am Spielfeld nie attestiert. Insofern ist die Entscheidung zumindest konsistent. Außerdem, Brandt würde ich ungern widersprechen.

Marko: Vielleicht kann Calais Campbell ja Bortles Selbstwertgefühl einhauchen?

Simon: Dem mangelt es nicht daran. Kann der seinen Impact wiederholen?

Marko: Der Liga würde es jedenfalls gut tun. Campbell war unfassbar letztes Jahr und für mich DPOY Kandidat.

Simon: Wenn man Sacks und Tackle for Loss zusammenzählt, war er mit Clowney gleichauf an der Ligaspitze letztes Jahr in backfield plays wenn man so will.

Marko: Und dann war er nicht der einzige Lichtblick auf der Defense. Wie geht’s eigentlich Gus Bradley?

Simon: Der lümmelt in der Los Angeles Sonne herum, wieso?

Marko: Weil das bitter sein muss, 4 Jahre lang eine Defense aufzubauen, nur um dann gefeuert zu werden genau wenn sie zusammenkommt um Großartiges zu machen.

Simon: Man kann streiten darüber, wie viel davon Bradley ist. Campbell war auf jeden Fall ein Faktor. Und das Team wirkte unter Doug Marrone und Todd Wash auch als ganzes einfach besser gecoached.

Marko: Ja, das auf jeden Fall.

Simon: Und sie scheinen dabei auch nicht stehen zu bleiben: mit Taven Bryan und Ronnie Harrison schien der Fokus im Draft zu sein, die stärkere Unit zu stärken.

Marko: Das sehe ich ja hier als positiven Zug an. Die Defense wird regressen, das Level von 2017 wird einfach kaum wiederholbar sein. Warum nicht den Regress mit Investitionen zumindest verlangsamen, wenn du mit Bortles einfach ein klares Ceiling hast auf der offensiven Seite?

Simon: Dafür sprach auch ihr größter Free Agency splash: Einen Guard wie Andrew Norwell holst du nicht, weil du glaubst dein QB macht einen Entwicklungssprung.

Marko: Richtig, den holst du weil du Leonard Fournette 300 bis 350 mal in die Line schicken willst.

Simon: Was, ja, leider nicht zeitgemäß ist. Aber in Anbetracht von dem was wir oben gesagt haben, da du 2018 noch fix festsitzt mit Bortles, musst du halt aus der Situation machen was du kannst.

Marko: Und was die Jaguars können ist halt eben Defense spielen.

Simon: Bestes (und lautestes) CB Duo, super LB Duo, tiefste DL… mit den Draftverstärkungen sollte das wieder eine Top 5 Unit sein, ja.

Marko: Die Laufdefense war eine Schwäche letztes Jahr, und das kann böse ausgehen, wenn du oft in rückstand gerätst.

Simon: Was ja mit Bortles kaum auszuschließen ist.

Marko: Richtig, und ihr Base Defense SLB Spot ist soweit ich das Überblicke noch ein Fragezeichen.

Simon: Man hört aus dem Camp, dass hier Rookie Siebtrunder Leon Jacobs ran soll.

Marko: Puh, ja. Hart. Aber das wäre auch schon das einzige reale Fragezeichen hier.

Simon: Auf Offense haben wir die Fragezeichen ja schon diskutiert, gibt es hier Hoffnungen?

Marko: DJ Chark ist so ein extrem roher WR, der für mich ein Reach in der 2. Runde war. Er sollte hinter Keenan Cole, Marqise Lee und Dede Westbrook noch warten und lernen meiner Meinung nach. Aber Humor hat er:

Simon: Was sagst du zu so Analysen wie jener von Barnwell, die sagt, die Jaguars haben letztes Jahr underperformed?

Marko: Das finde ich massiv übertrieben. Aber vielleicht erklären wir kurz, was das Argument genau ist.

Simon: Barnwells Hauptpunkt ist die Pythagoras Erwartung: Hierbei schaut man sich das Punktedifferential eines Teams an und errechnet daraus eine Anzahl an Siegen, die das Team “wirklich” haben sollte.

Marko: Genau, die Idee dahinter ist: Wer oft Blowouts schafft, und dann hin und wieder knappe Spiele verliert, ist eigentlich ein besseres Teams als es sein Win-Loss-Record aussagt. Darum gibt es eine Formel, die aus erzielten und erlaubten Punkten eine Projektion bildet, wieviele das Team, wenn es normales Glück hätte, eigentlich gewinnen würde.

Simon: Was ja oft ein guter Indikator ist, ob ein Team falsch eingeschätzt wird zb.

Marko: Ja, die Methode ist meistens super. Etliche Super Bowl Teams, die im Jahr davor niemand wirklich am Radar hatte, haben sich mit Pythagoras angekündigt, inklusive der 2017 Eagles.

Simon: Aber warum sind dann die Jaguars, die laut Pythagoras ein 12 win Team waren, und nur 10 gewannen, dann kein Kandidat dafür noch besser zu werden?

Marko: Seien wir realistisch: Ihr schedule war der einfachste der Liga. Pythagoras weiß davon nichts. Und fast 12% der Punkte, die sie gescored haben, kamen von ihrer Defense – ganze 7 return TDs. Wenn diese 7 fluky plays einfach nur Turnovers statt TDs sind, ist ihr Punktedifferential +100, und ihre Pythagoras Expectation ist plötzlich die eines 11 win teams.

Simon: Und von 11 zu 10 ist dann schon kein großer Gap mehr.

Marko: Genau, dann wirkt das Team gar nicht mal so fluky plötzlich, sondern eh im Rahmen dessen, was eine Elite Defense samt leichtem schedule schaffen sollte.

Simon: Und ob der schedule nächstes Jahr wieder so leicht wird, ist unwahrscheinlich. Gegen die Colts und Texans gingen sie 4-0, inklusive dem legendären Tom Savage-Benching zur Halbzeit von Week 1.

Marko: Das Rückspiel in Houston war dann schon ohne Watson. Luck war auch nicht da.

Simon: Und als Division Sieger musst du an andere Divisionsieger ran. Was letztes Jahr noch Overtime Nailbiter gegen die Chargers und Jets waren, sind heuer Duelle gegen Pittsburgh und Kansas City.

Marko: Das macht’s für mich klar: Die Jaguars sind trotz Pythagoras somit klarer Regression Kandidat.

Beitragsbild by Joe Shlabotnik under CC BY 2.0

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