#18off14 /// Indianapolis Colts 2018 Preview

Macht ein Franchise QB Würfe, wenn sie keiner sieht? Kann ein Schmetterlingsschlag in Indianapolis einen Tornado in New England entfachen? Und wo genau liegt Frank Reich?

2017 Offense Rnk
OFF DVOA 29
PASS O DVOA 30
RUN O DVOA 24
ALY 18
ASR 32
Points/Drive 26
Points/RZTrip 29
Turnovers/Drive 4
3rd Down
Conversion %
18
2017 Defense Rnk
DEF DVOA 27
PASS D DVOA 32
RUN D DVOA 10
ALY 16
ASR 31
Points/Drive 28
Points/RZTrip 10
Takeaways/Drive 19
3rd Down
Conversion %
31

Coaching: Neuer HC ist, nach einem gescheiterten Josh McDaniels Versuch, Ex-Eagles OC Frank Reich. Neuer OC ist Ex-Chargers WR-Coach Nick Sirianni. Neuer DC ist Ex-Cowboys LB-Coach Matt Eberflus.

Players out: DT Johnathan Hankins, OT Jack Mewhort, RB Frank Gore, WR Donte Moncrief, EDGE Barkevious Mingo

Players in: TE Eric Ebron, WR Ryan Grant, OG Matt Slauson, OT Austin Howard

Draft: OG Quentin Nelson, LB Darius Leonard, OG Braden Smith, DE Kemoko Turay, DE Tyquan Lewis

2017 in a nutshell: Das verdammte vierte Viertel.


Marko: Ganz ähnlich wie in Houston, dreht sich die Saison der Colts fast ausschließlich darum, ob ihr verletzter Franchise QB wieder der alte wird, oder nicht.

Simon: Richtig, aber da hört es sich schon auf finde ich mit den Parallelen. Dafür ist in Indy heuer viel mehr passiert als in Houston.

Marko: Das kann man wohl sagen. Die Colts haben seit letztem Weihnachten drei verschiedene Head Coaches gehabt, zum Beispiel.

Simon: Josh McDaniels ließ sie beim Altar stehen um in New England zu bleiben – Frank Reich war dann die zweite Wahl.

Marko: Überhaupt dreht sich vieles bei den Colts um die Lücke, das Negative. Andrew Luck und Josh McDaniels waren beide mehr wegen ihrer Abwesenheit im Gespräch, als wegen konkreter Präsenz in Indy.

Simon: Sehr philosophisch, das alles. Aber es stimmt, auch jenseits von Luck fehlte bei den Colts letztes Jahr einiges.

Marko: Der oben verlinkte Artikel zeigt: Gutes Coaching zB

Simon: Oder auch: Jedwede Form von OL.

Marko: Dieses Kapitel der Colts Geschichte können wir wohl als abgeschlossen ansehen. Die Zukunft heißt Frank Reich, und der baut die OL gleich einmal komplett um.

Simon: Da ist mit G Quenton Nelson natürlich ein super prospect in deren Schoß gefallen. Zusammen mit Braden Smith in der 2. Runde und Veteran Matt Slauson hat man die interior mal stabilisiert.

Marko: Und das ist es ja, was Luck wohl am meisten brauchen wird. Sein minimal geänderte Wurftechnik, okay, sowas verkraftet er. Aber ihm fehlt derzeit jegliche Form von Rhythmus-Gefühl für das Spiel.

Simon: Und zwar auf beiden Ebenen, einerseits mit der OL was Footwork, Timing und Bewegung in der Pocket angeht, und andererseits mit den WRs, mit denen er so lange keine Chemie aufbauen konnte, und sie auch großteils alle gar nicht kennt.

Marko: Genau, plus die auch heuer verpassten OTAs, wo man genau das einarbeitet. Also, dass in Week 1 diese Offense rund rennt wäre auch mit weniger Fragezeichen bei Talent schon fraglich.

Simon: Dass es jenseits von TY Hilton kaum einen WR am Roster gibt, hilft natürlich nicht. Luck wird wohl auf Jack Doyle und Eric Ebron als Outlets setzen müssen.

Marko: Und auf einen hoffentlich gesunden Marlon Mack auf RB. Rookie Nyheim Hines wirkt noch sehr unfertig.

Simon: Bleibt also ein einziges Fragezeichen, diese Colts Offense. Sehen wir Hoffnung bei der Defense?

Marko: Das erste Jahr von so einem Rebuild ist nie einfach. Außer Mailk Hooker und Jabaal Sheard gibt es hier kaum Leistungsträger.

Simon: Man wirft einen Haufen Rookies an die Wand und schaut was hängen bleibt.

Marko: Kemoko Turay könnte vielversprechend sein und Denico Autry sah in Preseason sehr okay aus auf der DL. Aber das sind alles, wenn sie aufgehen, Überraschungen. Erwarten soll man sich bitte nicht sehr viel hier.

Simon: Auf LB startet Rookie Darius Leonard wohl auch sofort. CB kann ich dir keinen einzigen nennen… und wie der neue Erstmals-DC Matt Eberflus die ganze Sache überhaupt angeht ist auch ganz offen.

Marko: Man weiß fast nicht, was das größere Fragezeichen ist, die Defense oder die Offense.

Simon: Aber das ist nach so einem Umbruch ja auch klar. Die Colts sind einfach in der bitteren Lage, eine Erinnerung zu haben.

Marko: An Luck, der eine mäßige Defense nach der anderen in die Playoffs zerrt.

Simon: Und das kann er ja auch wieder werden. Aber vermutlich nicht sofort.

Marko: Ich glaube auch, dass wenn er das Timing und den Rhythmus wieder findet, das Team so ein klassischer Fall  ist von: “Ab November sieht NFL Football immer viel besser aus.”

Simon: Und das mag dann halt für heuer nur zu einem 5-11 reichen. Aber wenn gegen Ende des Jahres der Pfeil nach oben zeigt, und Luck wirklich wieder Selbstvertrauen gewinnt, auch Hits einstecken zu können, Ryan Grant vertrauen zu können, etc. dann haben wir für 2019 einen ganz anderen Outlook.

Marko: für 2018 macht es die Sache nicht leichter, dass der NFL schedule den Colts das schlechteste Ruhetage-Differential beschert hat.

Simon: Kannst du das kurz erklären?

Marko: In der NFL haben die Teams nicht immer die gleich Anzahl an Erholung zwischen Spielen: Es gibt bye weeks, es gibt Donnerstags Spiele, Montagsspiele, etc. Sprich, manchmal spielt man gegen eine Team, das mehr oder weniger Ruhetage davor hatte als man selber. Dieses Differential kann man über die Saison zusammenzählen und schauen, welche Teams gut aussteigen, welche nicht.

Simon: Weil eine perfekte Balance nicht möglich ist.

Marko: Ja, sauber kriegst du das als Liga nicht hin, da du sowas hast wie das Kickoffgame, dann Samstagsspiele um Weihnachten herum, Thanksgiving, etc.

Simon: Wie groß ist der Effekt?

Marko: Letztes Jahr war das “glücklichste” Team die Chiefs mit +12 Ruhetagen Differential.

Simon: Kann man sich durchaus fragen, ob die nicht auch dadurch in die Playoffs gespült wurden, wenn man sich ansieht, wie sie dann dort wirkten.

Marko: Größter Pechvogel waren die Giants mit -22. Das passiert wenn du drei Teams spielst, die davor ne Bye haben, und deine eigene Bye ausgehebelt wird.

Simon: Was heißt aushebeln?

Marko: Wenn zwei Teams spielen, die beide in der Woche davor Byes hatten. Dann haben sie einfach dieselbe Ruhe gehabt, niemand hat einen Vorteil. Das passiert den Colts auch heuer, wenn sie in Woche 10 gegen die Jaguars spielen.

Simon: Das hilft nicht.

Marko: Nein. Aber man muss der Liga zugute halten, dass sie es heuer viel besser hinbekommen haben. Die Colts haben das schlechteste Differential mit “nur” -11, sie spielen zwei Teams, die aus einer bye kommen: In Oakland und gegen Miami.

Simon: Das macht zwei an sich denkbare Siege schwieriger.

Marko: Ja, darum heißt es heuer für die Colts sicher: Es ist okay, schlecht zu sein.

Simon: Nur weil der QB mal super war, heißt es nicht, dass man das heuer erwarten kann. Je eher man das vergisst, und sich auf den Progress freut, umso eher wird die Saison vorbeigehen.

Beitragsbild by Erik Drost under CC BY 2.0

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