There is more to it than just winning

Jim Harbaugh verlässt die San Francisco 49ers und geht zurück ans College. Kaum ein Coach war in den letzten Jahren siegreicher. Den internen Machtkampf hat er trotzdem verloren. 

Der Kampf zwischen General Manager Trent Baalke und dem Head Coach ist ja in allen Medien wohl dokumentiert. Beat Writer sprechen seit dem letzten Draft davon, dass Harbaugh nur ein Superbowl Sieg retten kann.
((Wir wissen ja, das wird nicht passieren. Dave Feldman ist die einzig wirklich vertrauenswürdige Source rund um ihn. Feldman hat nun den Wechsel (zurück) zu den Michigan Wolverines bestätigt.))

Jim is just being Jim!

Vor beinahe 2 Jahren schrieb ich in der Superbowl Vor-Berichterstattung folgende Zeilen über Harbaugh:

Wenn man nun seine Umgebung fragt, was ihn auszeichnet, erhält man unisono eine Antwort: Jim is just being Jim! Er ist authentisch in seiner Verrücktheit, ist ein Player als Coach, hitzköpfig und gleichzeitig schafft er es selbst seine Emotionen in seiner Strategie unterzubringen.

Grundsätzlich hat sich an der Statur der 49ers und Harbaugh wenig verändert. Das Team und die Coaches bringen konsequent neue Gesichter ins Rampenlicht. Die Defense hat dieses Jahr ohne Bowman und Willis überlebt und Perrish Cox, Chris Borland und Anthony Bethea ganz nach oben gepusht. Harbaugh wird nun vorgeworfen, dass er damit nichts zu tun hat. Genaugenommen ist er ein schlechter Talent Evaluator, sagen Stimmen. Er hat ja schließlich nicht Trent Baalke überredet Doug Baldwin oder Richard Sherman zu draften – obwohl er sie in Stanford vor der Nase hatte.

Man hört an meinem Tonfall – ich halte von diesen Vorwürfen nichts. Genau diese beiden Beispielen zeigen aber die Stolperschnur, die ihm nun zum Verhängnis wird: er lässt sich auf Machtkämpfe ein. Im Fall von Sherman war die Rangordnung klar und der damalig beste Wide Receiver wurde zur Defense geschickt und damit zum Shutdown Corner. Baldwin verdankt seinem Coach, dass er nicht früher gedraftet wurde.

Umgekehrt in San Francisco: Harbaugh hat sich auf einen Machtkampf mit dem Front Office eingelassen. Strebt man einen einfachen Vergleich zwischen GM und HC gibt es viele Parallelen. Beide haben eine sehr hohe Erfolgsrate, der eine im Draft/in der Free Agency, der andere bei Siegen. Beide haben ein Streichresultat. Baalkes 2012 Draft ist so schlecht, dass es andere Teams Jahre zurückwerfen würde. Harbaughs 2014er Saison ist so schlecht, dass das Team nicht in die Playoffs kommt. Baalke hat sich 2013/2014 rehabilitieren können, Jim macht das an seiner Alma Mater.

Nicht alle Coaches müssen nach einer 7-9/8-8 Saison gehen, aber wer sich die Messlatte so hoch legt UND die Punkte-Richter nicht auf seiner Seite hat …

The Team, the team, time for a new team.

Und genau das ist der Punkt. Die Sache ist leider nicht so einfach wie „Anzahl der Siege“. He just wins ist nicht nur bei Spielern eine ungern gesehene Aussage. Harbaugh brennt Brücken nieder – in alle Richtungen. Das geht – und das zeigt uns sehr wohl seine bisherige Laufbahn – kaum mehr als ein paar Jahre gut. Seine The Team, The Team, The Team Philosophie kommt mit einem Sternchen. Bist du nicht meinem Team, bist du nicht in meinem Team. Das klingt logisch. Logische Folge ist: bist du nicht in meinem Team, bist du in einem anderen, bist du ein Gegner.

Noch ein Disclaimer für die nächste Woche folgenden Presse-Aussendungen vom Team und Harbaugh: Glauben Sie kein Wort, niemand ist traurig und hätte gerne noch weiter gemacht. Wirklich nicht.

 

Beitragsbild von Adam Rifkin.

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