#14reg5 /// Where is the Line?

Während die Center-Probleme von letzter Woche kein Ende fanden (Hallo, Doug Legursky und Steve Wisniewski!), sahen andere O-Lines auch jenseits der Mitte nicht berauschend aus.

Simon: Wir haben schon letzte Woche das Gefühl geäußert, dass die NFL langsam die Rechnung präsentiert bekommt für länger vernachlässigtes OLine-Coaching. Diese Woche hat wenig getan, um das Gefühl zu reduzieren, oder?

Marko: Zumindest nicht wenn man die letztjährigen Playoffteams der Saints, Patriots, 49ers, Eagles, etc. anschaut.

Simon: Aber übertreib mal nicht, Chiefs und Chargers Zb beschweren sich sicher nicht über ihre Lines.

Marko: Abgesehen von Doug Legursky.

Simon: Abgesehen von Doug Legursky. Aber als dritter Center… come on, hab Nachsicht!

Marko: Hab ich ja ehrlich gesagt eh mit den Leuten in den Trenches selbst. Ich bin nur skeptisch, wie lange wir noch gutes Lineplay sehen werden, wenn die Coaches weiterhin so coachen wie sie coachen.

Simon: Ok, aber das ist ja mehr eine big picture Frage, oder?

Marko: Ja, das fängt natürlich ganz weit hinten an, bei den Hogs in Washington, die drei Super Bowls geholt haben mit der Idee, Kästen in die Line zu stellen.

Simon: Joe Gibbs, der hatte auch die Persönlichkeit eines Kastens.

Marko: Dann kam der andere Gibbs, der Alex in Denver daher, und forcierte mit seinem zone blocking scheme agile und athletische Liner, die nicht Männer sondern Raum blocken sollen.

Simon: Heutzutage verschwimmt das ja. Zusammen mit Lawrence Taylor und der Obsession für speed rusher war speed außen plötzlich unabdingbar.

Marko: Genau, aber was oft das Problem der NFL ist, ist dass sie schlicht alles haben muss. Sprich in 90ern wuchs eine Generation an Coaches und Scouts heran, die beides wollten, Kästen und athletische Freaks.

Simon: Beide Gibbs.

Marko: Beide Gibbse. Ja. Gibbsen.

Simon: Gibbsies.

Marko: Heutzutage gibt es kaum top prospects mehr, die nicht 300 Pfund und athletische Freaks sind. Das Gewicht nimmt stetig zu, die Hogs von 1982 wären mit 273 Pfund Line-Durchschnitt die mit Abstand leichteste OL der heurigen Liga.

Simon: Und erstaunlich wenige werden dann trotz dieser unfassbaren Körperverfassung nach der High School und College Karriere zu wirklich guten Olinern.

Marko: Und das hat finde ich schon damit zu tun, dass das Coaching durch die Bank durch sich darauf ausruht, die Kids mit 300 Pfund in die OLine zu stellen. Wozu Leverage und Technik trainieren, wenn sie schon von der Physis her schon die vergangene Generation in den Schatten stellen?

Simon: Ich versteh dein Bauchweh. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, ich würde z.B. als Lichtblick schon jemand wie Joe Thomas anführen.

Marko: Ja, klar, ich spreche hier natürlich mehr vom Durchschnitt. Es gibt noch immer super Liner, keine Frage, auch welche die sich wirklich Mühe geben, die Technik der Position zu lernen.

Simon: Und ich bin total begeistert von dem was Bill Callahan (der andere Bill Callahan) leistet.

Marko: Agreed, die Dallas Oline stand Sonntag Nacht wirklich als glänzendes Gegenbeispiel im Rampenlicht.

Simon: Aber es gibt viel mehr negativ Beispiele, das stimmt schon, auch wenn man an die Eric Fischers, Luke Joeckels, Jason Smiths etc denkt.

Marko: Und das ist eben das verrückte, es gibt derzeit aufgrund des Runs auf die Greg Robinsons und Seantrel Hendersons dieser Welt eine extreme Markt-Ineffizienz im Draft für solche Leute.

Simon: Früher nannte man sie “Guards”…

Marko: Haha, ja. Mich erinnert das an die Ineffizienz die Seattle am CB-Markt entdeckt hat, als sie für Pennies große physische Corner statt den en-vogue kleinen, schnellen holten.

Simon: Du prophezeist also ein Comeback der kleineren, Technik-Liner weil ein Team sich das nicht lange entgehen lassen wird?

Marko: Flexibilität ist eben doch auch nur ein Schlagwort. Du hast Bill Callahan schon erwähnt.

Simon: Ja, aber da stecken auch drei 1st Rounder in der Line, das ist nicht nur Coaching.

Marko: Das stimmt schon, aber es sind drei Jerry Jones 1st Rounder.

Simon: Stimmt. Das entspricht wohl einem echten Marktwert von drei 3rd roundern.

Marko: Zumindest bei Travis Frederick war das offensichtlich. Tyron Smith und  Zack Martin, geb ich dir Recht, die wären auch ohne Jerry da oben gegangen, und vieles hiervon ist organisationeller Fokus zusätzlich zum guten Coaching. Ich sag nur, das ist ein Anfang. Seine Jets und Cowboys-Lines sind immer besser als ihre Größe, und der nächste Schmäh wird sein, in der dritten Runde die Richard Shermans der zukunftigen OLines zu finden.

Simon: Aber was mich interessiert: Machen die DLiner nicht eine ähnliche Entwicklung durch?

Marko: Nicht ganz, nein, das ist speed of the edge nie so strikt zusammengedacht worden mit den absurden Körperproportionen von Defensive Tackles. Aber etwas ähnliches sehen wir dort in Figuren wie Jamaal Anderson, Jason-Pierre Paul, Dontari Poe, etc.

Simon: Die dann, obwohl gerade ihre Flexibilität sie zu den pass rush Träumen der Coaches werden ließ, dann doch ihre wahre Berfung als run stopper finden.

Marko: Ja, ohne Technik geht einfach gar nix.

Simon: Ein Unterschied ist aber: Die OLiner haben ja auch oft merklich Alibi-Kilos, damit sie beim Combine mit Zahlen beeindrucken können, die aber oft nicht Muskeln sind. Bei DLinern sieht man das nicht so oft.

Marko: Weswegen ja auch jemand wie JJ Watt so irre gut sein kann: Der spielt auf einer Position, die für seinen Körperbau passt. Sprich, er wird nicht 50 mal pro Spiel around the edge oder in Coverage geschickt.

Simon: Und er hat einen Technikvorsprung gegenüber ca. 90% der OLinern dieser Liga. Ein echter Wiffzack, zusätzlich zum physischen Wunder.

Marko: Fangen wir vielleicht gleich mit dem Spiel an, ja. Eine typische Watt-Performance.

I want to be flexible

Bills at Texans – 17:23

Simon: Das ist vom Aspekt der OL auch deshalb spannend, weil das die leichteste und schwerste OLine der Liga heuer sind: Bills führen die Liga an mit 325 Pfund Durchschnitt, Texans sind letzter mit 307.

Marko: Die Bills haben auch mehr investiertes Draftpick-Kapital in ihrer Line, sie sollten also jeder Logik nach besser als die Texans arbeiten, aber nichts davon war am Sonntag zu sehen.

Simon: Naja, das run blocking saß schon besser als bei den Texans. Das ist aber dank des Größenunterschieds auch leicht zu erklären.

Marko: Ich weiß nicht, ob es in der Pass-NFL reicht.

Simon: Nicht gegen jemanden wie Watt. Technik schlägt Physis, das ist ja ein bisschen das Motto heute, oder?

Marko: Bei Watt schlägt Technik Physik.

Simon: Der Pick Six, ja, der sollte physikalisch unmöglich sein, eigentlich.

Marko: Ich komm trotzdem nichtumhin den Play seinem Hirn zuzuschreiben. Die INT zurückzutragen ist das I-Tüpferl.

Simon: Genau damit hab ich auch kein Problem. Wenn du athletisch unpackbar bist on top of der work ethic und der Technik, Hut ab. Aber das Fundament muss zwischen den Ohren liegen, siehe Watt.

Marko: Oder siehe EJ Manuel.

Simon: Der hat die Athletik, wahrscheinlich die work ethic. Aber hat nicht die Technik – und wenn man sich die letzten Spiele ansieht auch nicht den Grips.

Marko: Sein letztes Spiel war ja wirklich nicht irgendwas. Aber was bitte ist die upside von Kyle Orton?

Simon: Win now. Think later. Oder so.

Marko: Ich verstehe es nicht, das Messer an der Brust wird Orton nicht entschärfen können.

Simon: Glaub ich auch. Wo liegt das over/under an Wochen, die Manuel noch bei den Bills bleibt?

Marko: Die Trade-Deadline ist in am 28. Oktober.

Simon: Aber vermutlich behalten sie ihn noch ne Weile. Dennoch, unsere Sorge, dass die Bills in einen unnötigen win now Modus geschlittert sind hat sich also leider bewahrheitet.

Marko: Sammy Watkins hilft mit seinen Drops nicht mit. Aber er bekam bisher viele Bälle auch von Manuel, sprich schwierig bis gar nicht.

Simon: Und so endete das Mario Williams vs. Ryan Fitzpatrick Reunion Special also verdient mit einem Watt-Sieg.

Marko: Und einem Achtungserfolg von Fred Jackson.

Simon: Ein Hochachtungserfolg! Die Lösung der OL-Misere ist also gefunden: Das Veteran-RB-Opfer!

I want to go out of my way for you

Random Game Samples

Marko: Charlie Whitehurst ist ja ein schönes Beispiel, dass Veteran nicht unbedingt mit „Chancenverbesserung“ zusammenhängt.

Simon: War ja auch nicht erwartet. Trotzdem kein gutes Zeichen, wenn du die Colts Def ordentlich aussehen lässt.

Marko: Ist dir Björn Werner positiv aufgefallen?

Simon: Äh, nein. Dir?

Marko: Reden wir lieber über Andrew Luck.

Simon: Tun wir doch jedes Mal.

Marko: War jedenfalls wieder Vintage Luck. Unglaubliche Würfe gepaart mit einer INT, die dich ratlos zurück lässt. Im Gegensatz zu Reggie Wayne: der wird alt, aber nicht schlechter.

Simon: Und das alles trotz einer – richtig! – fraglichen OLine.

Marko: A propos, wir sollten auch die Verletzungswellen erwähnen. Philly Offense schaffte dank Komplettrenovierung der OLine ganze 0 Punkte gegen San Fran. Und in Atlanta stand im vierten Viertel All-Falcon TE Levine Toilolo öfter am Feld als gedacht.

Simon: Erste gute Partie?

Marko: Ja, als Right Tackle ganz okay.

Simon: Wha… äh, watt?!

Marko: Nur 3 Hurries erlaubt.

Simon: Sowas würden sich die Raiders auch wünschen. Stattdessen geht die Dennis Allen Ära zu Ende und Tony Sparano muss sich heuer zumindest der Frage nicht mehr stellen, wie er als Head Coach mit einem London home game umgehen muss.

Marko: Es ist auch ein bisschen Abeits der üblichen Oakland-Reiseruten. Die Raiders sind jedenfalls abseits der jetzt schon brillanten Rookie-Season von Khalil Mack ein Wrack.

Simon: Mack wird das Team aber nicht alleine tragen können, Watt ist er noch nicht.

Marko: Das ist Teddy Bridgewater auch noch nicht. Aber ich will ihn noch gegen eine NFL Defense sehen, bevor ich eine Meinung bilde. Das Division II Geschwader, das ihm da am Sonntag gegenübestand, ist leider nicht sehr aussagekräftig.

But enough is enough

Week 5

Simon: Dann darf er als sofort seine erste short week genießen, und das angeschlagen. Donnerstag gegen Green Bay, das dürfte eine bessere Bewährungsprobe sein, falls er fit genug zum starten ist.

Marko: Mir macht ein bisschen Sorgen, dass die Thursday Night Games alle solche argen Blowouts bisher waren. Wenn es wieder so kommt, wird es die Woche eher nicht Bridgewater sein, der auf der lachenden Seite steht.

Simon: Minnesota muss versuchen, Eddie Lacy den Ball so oft wie möglich zu geben.

Marko: Wenn die Referees wieder so grottenunverständlich wie bei Packers gegen Bears pfeifen, würde mich nichts wundern.

Simon: Ich freue mich ja auch auf Arizona in Denver. Das schreit nach Trap Game für die Broncos.

Marko: Und darauf … freust du dich als 49ers Fan?

Simon: Ich habe ein kompliziertes Verhältnis zu Schmerzen.

Marko: Das haben wir alle nachdem Mike Glennon in Pittsburgh gewonnen hat.

Simon: He just wins games. Games other people lose.

Marko: Und New Orleans ist grad gut darin, Spiele zu verlieren. Wer hätte gedacht, dass genau dieses Matchup in dem divisional race einen Stellenwert haben wird.

Simon: Ich nehme an dich freut’s.

Marko: Wieso?

Simon: Weil auf jeden Fall ein NFC South Team verlieren wird.

Marko: Auf jeden Falls verloren haben auch die Patriots am Montag. Und leichter wird’s gegen die Bengals nicht.

Simon: Ich bin ja an sich für mehr Patriots-Troubles, aber dieses Medien-Drama rund um Tom Bradys Decline…

Marko: Lächerlich, ja. Wir wissen ja seit dem letztjährigen Cincy-Pats-Spiel, dass hier nur höhere Kräfte da Sagen haben.

Simon: Ah, das Spiel mit dem Protestant Wind, das Bradys Rekord verhindert hat!

Marko: Die religiösen Untertöne passen natürlich zum Skandal der Woche.

Simon: Die Rettung der Pats kann also nur … Tim Tebow sein?

Marko: Mr. Colbert, übernehmen Sie.

 

Beitragsbild by Karen under CC BY-NC-ND 2.0

Beitragssoundtrack by Björk:

 

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