They Only Fight Themselves

Eine der interessanteren Ausformungen der NFL Training Camps ist die Tradition der teaminternen Reibereien. So lange es keine Gegner gibt, muss der Frust am Freund ausgelebt werden, oftmals wuchtig. Heuer scheint es mehr Camp Brawls denn je zu geben, hier also eine Typologie an aktuellen Seifenopern der teaminternen Wehe-dirs und Tut-mir-leids.

Der Existenzkampf

Dieser Typ Zweikampf ist eine Projektionsarbeit. Star WRs und RBs zB mögen es oft nicht, formschön getackelt zu werden, da das ihre Existenzgrundlage als scoring threats und big play machines in Frage stellt. Diese Angst sitzt also so tief, dass sie förmlich das Dasein des Spielers selbst angreift. Als Existenzangst findet sie ihre Projektionsfläche im Tackler, der zwar nur seinen Job gemacht hat, aber gefälligst aus dem Weg gehen soll, wenn Playmaker im Anmarsch sind.

Aktuelle Beispiele: Dez Bryant vs. JJ Wilcox & Le’Veon Bell vs. Vince Williams

Der Grabenkampf

OL-vs-DL Kämpfe haben eine eigene Qualität. Niemand berührt sich so oft so liebevoll wie Linemen, nirgendwo ist die Intimität größer. Die schiere Größe der Körper macht es einem unmöglich, sich aus dem Weg zu gehen, und oft wirken diese Fights so, als ob die freigesetzte Energie dazu da ist, dem Rest des Teams klarzumachen, dass es keine größere Liebe gibt, als jene in den trenches.

Aktuelle Bespiele: Maurkice Pouncey vs. Hebron Fangupo & Joe Hawley vs. Ra’Shede Hageman & die Bills vs. die Bills

Der Familienkampf

Hierbei geht es oft um Teammates, die sich schon länger kennen. Jede Geste, jede Minimimik kennt man in und auswendig, und wie zu Weihnachten daheim kann schon die kleinste Handbewegung Jahre an Traumata heraufbeschwören die dann in einem besonders produktiven Probelauf fürs nächste Jahr wieder konserviert wird. Sehr oft fällt hierbei der Satz „I love you“, oder ähnliche die gegenseitige Abhängigkeit bekräftigende battle cries.

Aktuelles Beispiel: LeSean McCoy vs. Trent Cole

Der Rookiewatschenbaumkampf

Man kennt es ja: Da rackert man seit Jahren an einer mittelmäßigen Karriere, immer zu wenig Snaps, immer zu wenig Chancen bekommen, und dann kommt plötzlich so ein grünschnabeliger Hupfer daher, hat noch nichtmal nen Bausparer, und meint, einem zeigen zu können, wie das Spiel geht, das man schon gespielt hat, da hat er noch in die Windeln gemacht, und Internet gab’s damals auch keines, und heute darf man ja prinzipiell eh nix mehr machen, zu unserer Zeit wurde der Sport noch echt gespielt, und….

Aktuelle Beispiele: Martellus Bennett vs. Kyle Fuller & Kroy Biermann vs. Jake Matthews

Der Keineahnungwasdasseinsollkampf

Aktuelles Beispiel: die Browns vs. die Browns.

Beitragsbild by Steve Schar under CC BY-SA 2.0 (cropped)

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